Ob kräftiger Assam zum Frühstück, feiner Darjeeling am Nachmittag, grüner Tee aus China oder aromatischer Ceylon-Tee: Ein großer Teil des in Deutschland getrunkenen Tees stammt aus internationalen Anbaugebieten. Obwohl Tee in Deutschland verarbeitet, gemischt und verpackt wird, wachsen die Teepflanzen überwiegend in Asien und Afrika.
Doch welches Land liefert den meisten Tee nach Deutschland? Wie haben sich die Importmengen verändert, und welche Rolle spielen Indien, China, Sri Lanka und Kenia im Jahr 2026?
Die aktuellen Zahlen zeigen eine interessante Entwicklung: Sri Lanka hat Indien als wichtigsten Herkunftsmarkt für Teeimporte nach Deutschland abgelöst. China liegt ebenfalls weit vorne, während Kenia vor allem als international bedeutender Exporteur von Schwarztee eine wichtige Rolle spielt.
Für einen aussagekräftigen Vergleich müssen die Einfuhrmengen nach Deutschland von der weltweiten Teeproduktion unterschieden werden. Außerdem ist zu beachten, dass Deutschland nicht nur Tee direkt aus den Anbauländern importiert, sondern auch über europäische Handels- und Verarbeitungszentren beliefert wird.
Die wichtigsten Tee-Herkunftsländer Deutschlands im Überblick
Die aktuell verfügbaren Branchenzahlen für 2025, die im Tee Report 2026 aufgegriffen werden, zeigen Sri Lanka an der Spitze. China folgt auf Rang zwei, Indien auf Rang drei. Die Mengen beziehen sich auf Teeimporte und nicht ausschließlich auf Schwarztee.
| Rang | Herkunftsland | Importmenge 2025, gerundet | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1 | Sri Lanka | 11.373 Tonnen | Ceylon-Tee, insbesondere Schwarztee |
| 2 | China | 10.117 Tonnen | Grüntee, Schwarztee und Spezialitäten |
| 3 | Indien | 9.539 Tonnen | Assam, Darjeeling und weitere Tees |
| 4 | Kenia | rund 2.500 Tonnen | Vor allem Schwarztee für Mischungen |
Quellen: Bundesinformationszentrum Landwirtschaft: Wie wird Tee angebaut? und Tee Report 2026. Die Werte sind gerundet; die Kenia-Angabe dient der Größenordnung und ist nicht als abschließender Gesamtwert aller Handelswege zu verstehen.
Die drei wichtigsten asiatischen Lieferländer stehen gemeinsam für einen erheblichen Teil der deutschen Teeimporte. Ihre Reihenfolge hat sich gegenüber 2024 verändert: Damals führte Indien bei der Importmenge, während Sri Lanka nach Importwert besonders bedeutend war.
Sri Lanka: Deutschlands wichtigster Tee-Lieferant 2025
Sri Lanka ist international unter dem Namen Ceylon als traditionsreiches Teeanbauland bekannt. Die Insel im Indischen Ozean liefert vor allem Schwarztee, der sowohl als eigenständige Sorte als auch als Bestandteil verschiedener Teemischungen verwendet wird.
Im Jahr 2025 wurden rund 11.373 Tonnen Tee aus Sri Lanka nach Deutschland eingeführt. Damit lag das Land bei der Importmenge vor China und Indien. Gegenüber 2024 nahm die Einfuhr deutlich zu.
Die wichtigsten Anbaugebiete liegen im zentralen Hochland und in weiteren Regionen der Insel. Dazu gehören Nuwara Eliya, Uva, Dimbula und Kandy. Höhenlage, Niederschläge und Verarbeitung beeinflussen den Geschmack des Tees.
Ceylon-Tee ist für sein vielfältiges Aromaprofil bekannt. Je nach Herkunft kann er kräftig, würzig, frisch oder fein-blumig schmecken. Für deutsche Teeunternehmen ist Sri Lanka deshalb sowohl für klassische Schwarztees als auch für hochwertige Herkunftsprodukte interessant.
Der Aufstieg an die Spitze zeigt, wie stark sich internationale Lieferströme innerhalb weniger Jahre verändern können. Gründe dafür können unter anderem Erntemengen, Qualität, Preise und die Nachfrage der deutschen Teeindustrie sein.
China: Ein wichtiger Lieferant für Grüntee und Spezialitäten
China ist der weltweit größte Teeproduzent und zählt auch bei den deutschen Importen zu den wichtigsten Herkunftsländern. Im Jahr 2025 belief sich die Einfuhr nach Deutschland auf rund 10.117 Tonnen.
Eine Besonderheit Chinas ist die große Vielfalt an Teesorten. Das Land produziert Grüntee, Schwarztee, Weißtee, Oolong und Pu-Erh. Besonders bei Grüntee und Spezialitäten spielt China für den deutschen Markt eine wichtige Rolle.
Zu den bekannten Anbaugebieten gehören Zhejiang, Fujian, Yunnan und Anhui. Die jeweiligen Regionen unterscheiden sich hinsichtlich Klima, Anbauhöhe, Verarbeitung und typischer Geschmacksprofile.
Chinesischer Grüntee ist in Deutschland sowohl im Fachhandel als auch in spezialisierten Onlineshops erhältlich. Neben klassischen Sorten gibt es zahlreiche hochwertige Tees, die nach Herkunft und Verarbeitung differenziert werden.
Die Importmenge stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich. Damit behauptete China den zweiten Platz unter den wichtigsten direkten Lieferländern. Die tatsächliche Bedeutung chinesischen Tees kann allerdings je nach Betrachtung variieren: Beim Gesamtimport, beim Grüntee und beim Schwarztee ergeben sich unterschiedliche Rangfolgen.
Indien: Assam und Darjeeling bleiben wichtige Herkunftsregionen
Indien zählt zu den bedeutendsten Teeanbauländern der Welt und ist ein traditioneller Lieferant für den deutschen Markt. Besonders bekannt sind Assam und Darjeeling, aber auch die südindische Region Nilgiri produziert Tee für den internationalen Handel.
2025 importierte Deutschland rund 9.539 Tonnen Tee aus Indien. Damit lag das Land hinter Sri Lanka und China auf Rang drei.
Assam-Tee ist für seinen kräftigen, häufig malzigen Geschmack bekannt. Er wird gerne für Frühstückstees und Schwarzteemischungen verwendet. Darjeeling fällt je nach Erntezeit und Anbaugebiet häufig feiner und blumiger aus. Nilgiri-Tee bietet weitere aromatische Varianten.
Der Rückgang der Einfuhrmenge gegenüber 2024 zeigt, dass auch etablierte Lieferbeziehungen Veränderungen unterliegen. Witterungsbedingungen, verfügbare Erntemengen, Preise und die Nachfrage nach bestimmten Teesorten können die Importstatistik beeinflussen.
Indien bleibt dennoch ein wichtiger Bestandteil der deutschen Teeversorgung. Gerade für Unternehmen, die traditionelle Schwarztees anbieten, sind die indischen Anbaugebiete von großer Bedeutung.
Kenia: Ein wichtiger Lieferant für Schwarztee
Kenia ist einer der bedeutendsten Teeproduzenten und Teeexporteure der Welt. Anders als China und Indien verbraucht das Land einen vergleichsweise kleineren Teil seiner Produktion im eigenen Markt. Dadurch steht ein großer Anteil für den internationalen Handel zur Verfügung.
Die kenianischen Teegärten liegen vor allem im Hochland, unter anderem in den Regionen Kericho und Nandi. Das Klima mit regelmäßigen Niederschlägen und geeigneten Temperaturen unterstützt den Anbau.
Kenia ist insbesondere für Schwarztee bekannt. Dieser wird häufig in Teemischungen eingesetzt und ist für die industrielle Verarbeitung sowie für den Handel mit Teebeuteln relevant.
Die direkten deutschen Importe aus Kenia lagen 2024 bei rund 2.540 Tonnen. Damit war das Land ein deutlich kleinerer Lieferant als Sri Lanka, Indien oder China. Für 2025 sollte die exakte Gesamtmenge anhand der vollständigen Länderstatistik geprüft werden, bevor ein endgültiger Rang festgelegt wird.
Kenia ist trotzdem wichtig für die Versorgungssicherheit des Marktes. Die Herkunftsvielfalt reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern und ermöglicht es Teeunternehmen, unterschiedliche Qualitäten und Mischungen anzubieten.
Wie viel Tee importiert Deutschland insgesamt?
Deutschland gehört zu den wichtigen europäischen Märkten für Tee. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung lag der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch 2024 bei rund 67 Litern. Davon entfielen etwa 40 Liter auf Kräuter- und Früchtetee sowie 27 Liter auf Schwarz- und Grüntee.
Diese Verbrauchszahlen verdeutlichen, dass der deutsche Teemarkt mehr umfasst als klassischen Tee aus der Teepflanze Camellia sinensis. Kräuter- und Früchtetees haben einen besonders hohen Stellenwert, werden in Außenhandelsstatistiken jedoch häufig anders erfasst als Schwarz- und Grüntee.
Die Außenhandelsdatenbank der Weltbank (WITS) weist für 2024 bei der Warengruppe Tee nach Zolltarifposition 0902 deutsche Importe von rund 48.729 Tonnen aus. Dieser Wert ist nicht mit jeder Branchenstatistik unmittelbar vergleichbar, weil Abgrenzungen und Erfassungsmethoden unterschiedlich sein können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verarbeitung: Tee kann als Rohware importiert, in Deutschland oder anderen europäischen Ländern gemischt und anschließend erneut exportiert werden. Deshalb entspricht die Importmenge nicht automatisch der Menge, die deutsche Verbraucher tatsächlich trinken.
Importentwicklung
Für die weitere Entwicklung sind vor allem die weltweiten Erntebedingungen, internationale Handelspreise, Transportkosten und die Nachfrage nach unterschiedlichen Teesorten entscheidend. Ebenso wichtig ist die Unterscheidung zwischen klassischem Schwarz- und Grüntee einerseits und Kräuter- und Früchtetee andererseits.
Fazit: Sri Lanka liegt bei den Teeimporten vorn
Die jüngsten verfügbaren Zahlen für 2025 zeigen Sri Lanka mit rund 11.373 Tonnen als wichtigsten direkten Tee-Lieferanten Deutschlands. China folgt mit etwa 10.117 Tonnen, Indien mit rund 9.539 Tonnen. Kenia bleibt ein wichtiger internationaler Produzent und Exporteur, erreicht bei den direkten deutschen Importen aber deutlich geringere Mengen als die drei asiatischen Spitzenreiter.
Für Verbraucher bedeutet diese internationale Arbeitsteilung eine große Auswahl an Teesorten, Geschmacksrichtungen und Qualitätsstufen. Für die deutsche Teeindustrie sind die verschiedenen Herkunftsländer zugleich unverzichtbare Partner, um eine zuverlässige Versorgung und ein vielfältiges Sortiment sicherzustellen.
Die Zahlen für 2026 werden zeigen, ob sich die Verschiebung zugunsten Sri Lankas und Chinas fortsetzt oder Indien wieder aufholt. Entscheidend bleibt dabei, Importmengen, Importwerte und den tatsächlichen Verbrauch nicht miteinander zu verwechseln.