In der Welt der Kulinarik hat Wein als Begleiter zu feinen Speisen eine lange Tradition. Doch eine neue Bewegung erobert die Spitzengastronomie und die heimischen Esstische: Tea Pairing.
Tee besitzt eine weitaus größere Bandbreite an Aromen als Wein – von rauchig und malzig über grasig und floral bis hin zu fruchtig und adstringierend. Da Tee zudem frei von Alkohol ist, überdeckt er feine Nuancen nicht, sondern hebt sie hervor.
Hier sind vier außergewöhnliche Tee-Pairings, die deine Geschmacksknospen überraschen werden.
1. Der Klassiker neu gedacht: Kräftiger Käse & Schwarzer Tee
Während viele zu Käse automatisch zum Rotwein greifen, bietet ein kräftiger schwarzer Tee (z. B. ein Assam oder ein geräucherter Lapsang Souchong) ein völlig neues Erlebnis.
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Warum es funktioniert: Die Gerbstoffe (Tannine) im Tee wirken ähnlich wie im Wein. Sie „schneiden“ durch das Fett des Käses und reinigen den Gaumen.
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Das Pairing: Probiere einen Lapsang Souchong zu einem reifen Stilton oder Gorgonzola. Die Rauchnoten des Tees verbinden sich magisch mit der Würze des Blauschimmels.
2. Die Umami-Bombe: Grüner Tee & Meeresfrüchte
Japanische Grüntees wie Sencha oder Gyokuro haben oft eine ausgeprägte „maritime“ Note, die an Algen oder frisches Gras erinnert.
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Warum es funktioniert: Diese Tees enthalten viel natürliches Glutamat (Umami). Sie verstärken den Eigengeschmack von Fisch und Meeresfrüchten, ohne sie mit Säure zu dominieren.
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Das Pairing: Serviere einen leicht gekühlten Sencha zu Sushi oder Jakobsmuscheln. Der Tee wirkt wie eine flüssige Würze, die die Süße des Fischs unterstreicht.
3. Herb trifft Süß: Dunkle Schokolade & Oolong
Oolong-Tees liegen zwischen grünem und schwarzem Tee und bieten oft komplexe Noten von gerösteten Nüssen, Honig oder Steinobst.
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Warum es funktioniert: Ein dunkel gerösteter Oolong (z. B. ein Da Hong Pao) hat eine natürliche Röstnote, die die Kakaobutter in der Schokolade zum Schmelzen bringt und deren herbe Seiten abmildert.
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Das Pairing: Eine 70%ige dunkle Schokolade zusammen mit einem gerösteten Felsentee (Yancha). Das Ergebnis erinnert an Karamell und geröstete Haselnüsse.
4. Die Erfrischung: Weißer Tee & Ziegenkäse
Weißer Tee ist die zarteste aller Teesorten und besticht durch florale, fast süßliche Nuancen.
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Warum es funktioniert: Die subtile Eleganz eines Pai Mu Tan (White Peony) wird nicht von der Säure des Ziegenkäses erschlagen, sondern bildet einen sanften Kontrast zur cremigen Textur.
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Das Pairing: Ein milder Ziegenfrischkäse mit Honig kombiniert mit einem Silver Needle (Bai Hao Yin Zhen). Ein leichtes, frühlingshaftes Pairing, das fast wie ein Dessert wirkt.
Drei Profi-Tipps für dein eigenes Tea-Pairing:
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Die Temperatur: Tee für Pairings sollte nicht kochend heiß sein. Trinktemperaturen zwischen 50°C und 65°C lassen die Aromen auf der Zunge besser zur Geltung kommen.
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Die Brühzeit: Ziehe den Tee lieber etwas kürzer, aber nimm mehr Blätter. So erhältst du ein intensives Aroma ohne zu viele Bitterstoffe.
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Experimentiere mit Gläsern: Benutze Weingläser! Die Form des Glases hilft dabei, die komplexen Duftstoffe des Tees zur Nase zu leiten, während du isst.
Möchtest du ein spezifisches Menü erstellen und suchst nach dem passenden Tee für die einzelnen Gänge? Ich helfe dir gerne bei der Planung!