Teearten Übersicht Tabelle: Grüner, Schwarzer, Weißer, Oolong, Pu-Erh & Kräutertee im Vergleich 2026

Tee gehört weltweit zu den beliebtesten Getränken. Doch Tee ist nicht gleich Tee: Grüner Tee, schwarzer Tee, weißer Tee, Oolong und Pu-Erh unterscheiden sich vor allem durch die Verarbeitung der Teeblätter. Kräutertees nehmen eine Sonderstellung ein, denn sie werden im eigentlichen Sinn nicht aus der Teepflanze hergestellt.

Wer sich einen Überblick über die wichtigsten Teearten verschaffen möchte, findet in der folgenden Teearten-Tabelle Unterschiede bei Herkunft, Verarbeitung, Geschmack, Koffeingehalt und Zubereitung.

Teearten Übersicht Tabelle 2026

Teeart Pflanze Verarbeitung Typischer Geschmack Koffein Wassertemperatur Ziehzeit
Grüner Tee Camellia sinensis Oxidation weitgehend verhindert frisch, grasig, herb, teils umami mittel ca. 70–85 °C ca. 1–3 Min.
Schwarzer Tee Camellia sinensis vollständig oxidiert kräftig, malzig, würzig mittel bis hoch ca. 90–100 °C ca. 3–5 Min.
Weißer Tee Camellia sinensis gewelkt und getrocknet mild, floral, leicht süßlich niedrig bis mittel ca. 75–85 °C ca. 3–5 Min.
Oolong-Tee Camellia sinensis teilweise oxidiert floral, fruchtig bis geröstet mittel ca. 85–95 °C ca. 3–5 Min.
Pu-Erh-Tee Camellia sinensis fermentiert bzw. gereift, je nach Variante erdig, holzig, würzig mittel ca. 90–100 °C ca. 3–5 Min.
Kräutertee verschiedene Kräuter Trocknen, Schneiden und Mischen je nach Pflanze sehr unterschiedlich meist koffeinfrei ca. 95–100 °C ca. 5–10 Min.

Die Temperatur- und Ziehzeiten sind als Richtwerte zu verstehen. Je nach Sorte, Blattgrad, Herkunft und Zubereitung können deutlich andere Werte sinnvoll sein.

Was unterscheidet die verschiedenen Teearten?

Die wichtigsten klassischen Teearten stammen grundsätzlich von derselben Pflanze: Camellia sinensis. Nach der internationalen Klassifikation gehören unter anderem grüner, weißer, schwarzer und Oolong-Tee zu den Tees aus dieser Pflanze. Entscheidend für die Unterschiede ist vor allem die Verarbeitung der Blätter nach der Ernte.

Ein wesentlicher Faktor ist die Oxidation. Dabei verändern sich Inhaltsstoffe des frischen Blattes durch den Kontakt mit Sauerstoff. Je nach Verarbeitung entstehen dadurch unterschiedliche Farben, Aromen und Geschmacksprofile.

Kräutertee ist dagegen eine eigene Kategorie. Aufgüsse aus Pfefferminze, Kamille, Fenchel oder Rooibos werden zwar im Alltag als Tee bezeichnet, stammen aber nicht von Camellia sinensis. Auch die ISO-Klassifikation grenzt Aufgüsse aus Kräutern und Früchten ausdrücklich von Tee aus der Teepflanze ab.

Grüner Tee: frisch und aromatisch

Grüner Tee wird so verarbeitet, dass die Oxidation der frisch geernteten Blätter weitgehend verhindert wird. Dazu kommen je nach Herkunft unterschiedliche Verfahren wie Dämpfen oder Erhitzen.

Typische Sorten sind beispielsweise Sencha, Gyokuro, Bancha und chinesische Tees wie Longjing. Geschmacklich reicht grüner Tee von frisch und grasig bis zu nussig, vegetal oder ausgeprägt umami.

Bei der Zubereitung sollte das Wasser häufig nicht mehr kochend sein. Je nach Sorte sind etwa 70 bis 85 °C ein guter Ausgangspunkt. Zu heißes Wasser kann insbesondere bei empfindlichen grünen Tees zu einem deutlich bittereren und herberen Geschmack führen.

Schwarzer Tee: kräftig und vielseitig

Schwarzer Tee wird vollständig oxidiert. Das sorgt für seine dunklere Farbe und die charakteristisch kräftigen Aromen. Bekannte Vertreter sind Assam, Darjeeling, Ceylon und verschiedene Frühstücksmischungen.

Geschmacklich kann schwarzer Tee malzig, würzig, fruchtig oder leicht rauchig sein. Earl Grey gehört ebenfalls in diese Kategorie, wobei der Schwarztee hier typischerweise mit Bergamotte aromatisiert wird.

Schwarzer Tee verträgt im Allgemeinen höhere Wassertemperaturen als grüner Tee. Etwa 90 bis 100 °C und eine Ziehzeit von ungefähr drei bis fünf Minuten sind häufige Ausgangswerte.

Weißer Tee: besonders schonend verarbeitet

Weißer Tee wird vergleichsweise schonend verarbeitet. Nach der Ernte werden die jungen Blätter beziehungsweise Knospen überwiegend gewelkt und getrocknet. Eine intensive mechanische Bearbeitung findet bei vielen traditionellen weißen Tees nicht statt.

Bekannte Beispiele sind Bai Mudan und Silver Needle. Weißer Tee wird häufig als mild, floral, fein und leicht süßlich beschrieben.

Für die Zubereitung empfiehlt sich in vielen Fällen etwas kühleres Wasser als bei schwarzem Tee. Rund 75 bis 85 °C können als Ausgangspunkt dienen. Bei hochwertigen losen Tees lohnt es sich, die Temperatur und Ziehzeit nach Herstellerangaben anzupassen.

Oolong-Tee: zwischen grünem und schwarzem Tee

Oolong nimmt eine Zwischenstellung ein. Die Blätter werden teilweise oxidiert, wobei der Oxidationsgrad je nach Stil stark variieren kann. Dadurch reicht die geschmackliche Bandbreite von leichten, blumigen Tees bis zu dunklen, gerösteten Varianten.

Oolong eignet sich besonders gut für mehrere Aufgüsse. Bei traditionellen Zubereitungsmethoden werden relativ viele Teeblätter mit wenig Wasser verwendet und dafür mehrere kurze Aufgüsse durchgeführt.

Für eine westliche Zubereitung sind etwa 85 bis 95 °C und drei bis fünf Minuten ein sinnvoller Ausgangspunkt. Leichtere Oolongs können niedrigere Temperaturen bevorzugen, während stark geröstete Sorten höhere Temperaturen vertragen.

Pu-Erh: gereift und charaktervoll

Pu-Erh wird häufig den sogenannten dunklen Tees zugeordnet. Charakteristisch sind spezielle Nachbearbeitungs-, Fermentations- beziehungsweise Reifeprozesse. Dabei wird zwischen verschiedenen Herstellungsweisen unterschieden.

Roh gereifter Sheng Pu-Erh und fermentierter Shou Pu-Erh können geschmacklich erheblich voneinander abweichen. Typische Beschreibungen reichen von erdig und holzig bis hin zu würzig, mineralisch oder komplex.

Pu-Erh wird häufig mit relativ heißem Wasser zubereitet. Je nach Variante sind etwa 90 bis 100 °C üblich. Besonders bei gepressten Tees können mehrere kurze Aufgüsse sinnvoll sein.

Kräutertee: eigentlich kein klassischer Tee

Kräutertee unterscheidet sich grundlegend von den fünf genannten Teekategorien. Kamille, Pfefferminze, Salbei, Fenchel, Melisse oder Rooibos enthalten keine Blätter der Teepflanze.

Das bedeutet auch: Ein reiner Kräuteraufguss ist grundsätzlich koffeinfrei. Allerdings können fertige Mischungen weitere Bestandteile enthalten, sodass bei koffeinfreien Produkten ein Blick auf die Zutatenliste sinnvoll ist.

Kräuteraufgüsse werden häufig mit nahezu kochendem Wasser übergossen und mehrere Minuten ziehen gelassen. Die konkrete Zubereitung hängt von der jeweiligen Pflanze und dem verwendeten Produkt ab.

Teearten nach Geschmack im Vergleich

Wer Tee hauptsächlich nach dem Geschmack auswählen möchte, kann sich an folgenden Eigenschaften orientieren:

Geschmacksvorliebe Geeignete Teearten
frisch und grasig Grüner Tee
mild und floral Weißer Tee
kräftig und malzig Schwarzer Tee
blumig und komplex Oolong
erdig und würzig Pu-Erh
fruchtig oder kräuterig Kräutertee
geröstete Aromen Oolong, bestimmte Grüntees
leicht süßliche Noten Weißer Tee, bestimmte Oolongs

Diese Einordnung ist natürlich nicht absolut. Herkunft, Kultivar, Erntezeitpunkt, Verarbeitung und Zubereitung können den Geschmack innerhalb einer Teeart erheblich verändern.

Koffein: Welche Teeart enthält wie viel?

Der Koffeingehalt lässt sich nicht allein anhand der Teeart zuverlässig bestimmen. Eine Rolle spielen unter anderem Sorte, Blattmaterial, Dosierung, Wassertemperatur und Ziehzeit.

Grundsätzlich enthalten grüner, weißer, Oolong-, schwarzer und Pu-Erh-Tee Koffein, da sie aus Camellia sinensis hergestellt werden. Kräuteraufgüsse wie reine Kamille oder Pfefferminze sind dagegen von Natur aus koffeinfrei.

Auch die häufige Annahme, schwarzer Tee enthalte grundsätzlich mehr Koffein als grüner Tee, lässt sich nicht pauschal auf jede Tasse übertragen. Die tatsächliche Menge hängt stark von der konkreten Zubereitung und dem verwendeten Produkt ab.

Die richtige Wassertemperatur ist entscheidend

Ein häufiger Fehler bei der Teezubereitung besteht darin, für jede Sorte kochendes Wasser zu verwenden. Gerade empfindliche grüne und weiße Tees können von niedrigeren Temperaturen profitieren.

Als einfache Orientierung gilt:

  • Grüner Tee: etwa 70–85 °C
  • Weißer Tee: etwa 75–85 °C
  • Oolong: etwa 85–95 °C
  • Schwarzer Tee: etwa 90–100 °C
  • Pu-Erh: etwa 90–100 °C
  • Kräutertee: etwa 95–100 °C

Diese Werte sind keine starren Regeln. Die konkrete Sorte und die Empfehlung des Herstellers sollten Vorrang haben. Aktuelle Zubereitungsleitfäden für 2026 bestätigen insbesondere die großen Unterschiede zwischen empfindlichen grünen und weißen Tees und robusteren schwarzen Tees beziehungsweise Kräuteraufgüssen.

Ziehzeit Tabelle für Tee

Teeart Richtwert Ziehzeit Typischer Effekt bei zu langer Ziehzeit
Grüner Tee 1–3 Minuten stärker herb und bitter
Weißer Tee 3–5 Minuten intensiver, je nach Sorte zunehmend herb
Oolong 3–5 Minuten kräftigeres Aroma, bei Überextraktion herb
Schwarzer Tee 3–5 Minuten stärker und zunehmend adstringierend
Pu-Erh 3–5 Minuten intensiver, abhängig von Stil und Aufguss
Kräutertee 5–10 Minuten stärkerer und intensiverer Kräutergeschmack

Bei Gongfu-Zubereitungen gelten teilweise völlig andere Zeiten. Oolong und Pu-Erh können beispielsweise in vielen kurzen Aufgüssen zubereitet werden.

Welche Teeart passt zu welchem Anlass?

Für den Start in den Tag wird häufig schwarzer Tee gewählt, weil er kräftig schmeckt und Koffein enthält. Grüner Tee eignet sich für Menschen, die ein frisches und weniger kräftiges Geschmacksprofil bevorzugen.

Weißer Tee ist interessant für alle, die besonders milde und feine Aromen suchen. Oolong bietet eine große Bandbreite und kann sowohl leichte als auch sehr aromatische, geröstete Noten aufweisen.

Pu-Erh richtet sich eher an Teetrinker, die erdige, gereifte und komplexe Geschmacksprofile mögen. Kräutertee wiederum bietet die größte Vielfalt außerhalb der eigentlichen Teepflanze und kann je nach Mischung koffeinfrei sein.

Tee richtig lagern

Damit Tee sein Aroma möglichst lange behält, sollte er trocken, dunkel und möglichst luftdicht aufbewahrt werden. Direkte Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, starke Temperaturschwankungen und intensive Fremdgerüche können die Qualität beeinträchtigen.

Besonders empfindliche hochwertige Tees sollten nicht neben stark riechenden Gewürzen oder Lebensmitteln gelagert werden. Auch ein häufiger Wechsel zwischen warmer und kalter Umgebung ist ungünstig.

Fazit: Teearten im direkten Vergleich

Die sechs Kategorien unterscheiden sich vor allem durch die verwendeten Ausgangsmaterialien und die Verarbeitung. Grüner, weißer, schwarzer, Oolong- und Pu-Erh-Tee stammen grundsätzlich aus Camellia sinensis, während Kräutertee aus anderen Pflanzen hergestellt wird.

Wer einen milden und feinen Geschmack sucht, kann weißen Tee ausprobieren. Grüner Tee steht häufig für frische und pflanzliche Aromen, schwarzer Tee für kräftige und malzige Noten. Oolong deckt ein besonders breites Aromenspektrum ab, während Pu-Erh durch gereifte und erdige Charakterzüge auffällt. Kräutertees bieten wiederum eine große Auswahl an koffeinfreien Aufgüssen.

Für die Zubereitung sind vor allem Wassertemperatur, Ziehzeit und Teemenge entscheidend. Wer diese drei Faktoren an die jeweilige Teeart anpasst, kann aus denselben Blättern deutlich unterschiedliche Geschmackserlebnisse herausholen.

Quellen und weiterführende Informationen